Qualität

 

Damit die Fotos schnell geladen werden können, ist es erforderlich, das Datenvolumen so gering wie möglich zu halten. Daher sind die hier gezeigten Bilder max. wenige hundert KB groß und können somit qualitativ nicht mit den Originaldateien mithalten. Die Originaldateien haben z. B. für Printmedien - je nach Bildinhalt - eine Größe im ein- und zweistelligen MB-Bereich.

 

Fast alle meine Bilder produziere ich als HDR-Aufnahmen und mische sie i. d. R. sofort ab, wenn ich mit meiner Speicherkarte aus der Kamera bei meinem Computer angelangt bin. Nur so kann ich noch den optischen Eindruck verwirklichen, den ich kurz zuvor während der Aufnahmen bekommen habe. Wenn erst eine Nacht oder auch einige Tage vergangen sind, ist es absolut natürlich, dass die Erinnerungen verblassen. Dann ist es nahezu unmöglich, die Aufnahmen zu 100% naturgetreu abzumischen.

 

Somit ist es aber auch verständlich, dass z. B. eine Person, die während der Aufnahmen nicht zugegen war, die Attribute, die ein Bild ausmachen, nicht vollumfänglich nachempfinden kann und sich damit auf die wiedergegebenen Sinneseindrücke des Fotografen verlassen muss. Das kann in Einzelfällen sogar dazu führen, dass die Aufnahmesituation (z. B. im Bereich der Farbintensität, der Farbtemperatur, der Helligkeit, des Kontrastes usw.) als unnatürlich empfunden wird. Hierzu zwei Beispiele: Jeder von uns hat sicher schon die Erfahrung gemacht, dass sich unsere Augen an eine sehr dunkle Situation gewöhnen. Kommt man z. B. in einem Raum hinein, der im Vergleich zur vorhergehenden Situation sehr dunkel ist, benötigen unsere Augen erst eine kurze Weile, bis wir im dunklen Raum etwas erkennen können. Ein Außenstehender kann dann aber immer noch nichts in diesem Raum erkennen, weil es zu dunkel ist. Oder machen Sie einmal ein kleines Experiment, wenn Sie die Gelegenheit haben, zwischen eine Raum mit Glühlampenbeleuchtung und einem Raum mit Leuchtstofflampenbeleuchtung direkt und schnell zu wechseln. Unsere Augen benötigen einen ganz kurzen Augenblick, um sich anzupassen, denn der erste Raum mit Glühlampen hat eine rötliche Farbe und der Raum mit den Leuchtstofflampen i. d. R. eine etwas grünliche Farbtemperatur. Das können Sie in den ersten ein bis zwei Sekunden nach dem schnellen Wechsel bemerken. Zuerst erkennen wir eine vollkommen abweichende Farbtemperatur, als ein paar kurze Augenblicke später.

 

Um bei meinen Fotos unterschiedlichen Lichtfarben, Farbtemperaturen, Helligkeitswerte usw. zu nutzen, fahre ich bis zu 7x an einen Ort, um die für mich optimalen Fotos zu produzieren. Oft sind es ganz spezielle oder fast einmalige Lichterspiele. - Eine Person, die vielleicht einen solchen Ort nicht kennt, oder nur zu vollkommen anderen Zeiten, wird sich oft etwas schwer tun, diese besonderen Situationen nachzuempfinden. - Aber dafür male ich sozusagen mit diesem besonderen Licht meine Farben auf meine Bilder und gebe somit ganz spezielle Situationen wieder!

 

Die von mir zusätzlich genutzte HDR-Technik (High Dynamic Range) dient außerdem dazu, den Dynamikumfang meiner Bilder so zu gestalten, dass er dem Empfinden des natürlichen Auges möglichst sehr nahe kommt. Das menschliche Auge ist einer normalen Digitalaufnahme weit überlegen. Normal belichtete Digitalaufnahmen haben einen so geringen Dynamikumfang, was dazu führt, dass man in sehr hellen Bereichen eines Fotos keine Strukturen mehr erkennen kann - es ist nur noch weiß. Ausgebrannt, wie der Fachmann sagt! Dagegen sind sehr dunkle Bereiche so dunkel, dass in der Schwärze ebenfalls alle Strukturen verloren gehen. Der Dynamikumfang wird dadurch stark eingeschränkt. Jeder kennt das von seinen eigenen Digitalaufnahmen. Mit unseren eigene Augen haben wir aber in den hellen und in den dunklen Bereichen Strukturen erkannt, nur nicht mehr die Digitalkamera!

 

Um diese Fehler in der Bilddynamik zu verhindern, nehme ich zusätzlich zur Normalbelichtung weitere Fotos im über- und unterbelichteten Bereichen auf. Mit einem Computer und einer Spezialsoftware mische ich anschließend aus diesen Aufnahmen das optimale Bild zusammen.

 

Diese Arbeit an jedem einzelnen Bild ist sehr aufwendig und kostet i. d. R. mehrere Stunden. Aber aus meiner Sicht lohnt dieser Aufwand! - Keine matschigen, kontrastarmen Fotos mehr, die ausgebrannte oder schwarze Flecken beinhalten, sondern knackscharfe Bilder, die das natürlich Umfeld in einprägsamer Weise wiedergeben.

 

Ich arbeite nur mit dem Licht, welches original am Ort des Geschehens vorhanden ist. Eine einzige Aufnahme kann daher Stunden in Anspruch nehmen, oder mehrfache Anfahrten zur Location bedeuten, um das richtige Licht bzw. die beabsichtigte Stimmung einzufangen. Ich benutze keine zusätzlichen Scheinwerfer oder Reflektoren – auch nicht bei den Nachtaufnahmen. Damit bleibe ich authentisch und der Betrachter meiner Aufnahmen bekommt die Bilder so zu sehen, wie ich sie auch vor Ort gesehen habe. Auch benutze ich keine signifikante Korrekturen aus bekannten Bildbearbeitungsprogrammen, um auch hier authentisch zu bleiben. Da aber der Sucher der Kameras nur etwa zwischen 93 und 98% der abgebildeten Motive zeigt, benutze ich häufig Bildausschnitte und korrigiere zudem den Horizont in die Waagerechte.

 

Die hohen Ansprüche, die an die hier gezeigten Bilder gestellt sind, beinhalten, dass nur eine sehr kleine Auswahl aus meinem großen Portfolio der vorhandenen Fotos gezeigt wird. Trotzdem muss bedacht werden, dass es z. B. unterschiedliche Sichtweisen, Geschmäcker und Ansprüche gibt. So kommt es ganz sicher vor, dass z. B. die eine Person ein Bild hervorragend findet und eine andere Person genau dieses Foto als mangelbehaftet bewertet. Alleine schon dieses einzige Beispiel mit dem großen Gegensatz in der Beurteilung weist darauf hin, dass Toleranz ein besonderes Gut zivilisierter Menschen ist.  – Ich selbst kann mich zum Beispiel auch an völlig unscharfen Fotos (die ich zum Teil bewusst produziere) begeistern, wenn sie für meine Augen interessant sind. Auch nahezu einfache Bilder von zum Beispiel Rost auf Metallen, sind Aufnahmen, für die man ein Gespür als Fotograf und zum Beispiel eine ästhetische Betrachtungsebene als Beobachter dieser Produkte benötigt. – Ich wünsche Ihnen all´ die notwendige Toleranz, die Kritik, den Abstand und die Tiefe, die beim Anblick meiner Aufnahmen in Ihrem Sinne Freude bereitet.